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Begabtenförderung an Fachhochschulen

 
Herausgegeben von:
Hochschulrektorenkonferenz (HRK)
Konferenz der Rektoren und Präsidenten der Hochschulen in der Bundesrepublik Deutschland.
Ahrstr. 39, 53175 Bonn, Telefon: 0228-887-0, Telefax: 0228-887-110, e-mail: Sekr (at) hrk.dewww.hrk.de

Gefördert durch:
Bundesministerium für Bildung und Forschung
www.bmbf.de

 

Liebe Studentinnen, liebe Studenten,

herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Entscheidung, an einer deutschen Fachhochschule zu studieren. Sie haben damit einen Hochschultyp gewählt, der Ihnen eine fundierte fachwissenschaftliche und gleichzeitig praxisnahe Ausbildung bietet - eine vorteilhafte Kombination für den Start ins Berufsleben.

Fachhochschulen haben bei Arbeitgebern und in der Gesellschaft eine hohe Bedeutung und Akzeptanz, wird doch das Fächerspektrum stetig ausdifferenziert und an den Bedürfnissen von Wirtschaft und Gesellschaft ausgerichtet. Dank der Vermittlung von theoretischem Know-How in enger Verknüpfung mit berufsrelevanten Praktika ist die Qualität von Ausbildung und Abschlüssen gefragt.

Auf Grund der großen Bedeutung der Fachhochschulen ist es eine logische Schlussfolgerung, dass die deutschen Begabtenförderungswerke ihre Angebote

vermehrt den dort Studierenden zur Verfügung stellen wollen. Wenn Sie Ihr Fachhochschul-Studium als Ausgangspunkt für eine berufliche Laufbahn mit hoher Verantwortlichkeit sehen, sollten Sie sich frühzeitig über die vielfältigen Möglichkeiten der Begabtenförderungswerke informieren. Sie können von diesen materielle wie ideelle Unterstützung erhalten.

Dieses Faltblatt gibt Ihnen einen Überblick über die Begabtenförderungswerkein Deutschland. Ausführliche Informationen stehen auf den Internetseiten der Werke und Institutionen; die Internetadressen finden Sie hier in den Kurzbeschreibungen, Mit den besten Wünschen für ein erfolgreiches Studium!

Prof, Dr. Klaus Landfried
Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK)  

Prof. Dr. Erhard Mielenhausen
Sprecher der Mitgliedergruppe Fachhochschulen. In der HRK

Begabtenförderung in Deutschland: Umfassende Individualförderung

In Deutschland praktizieren elf Werke und drei Institutionen Begabtenförderung. Auch wenn sie alle unterschiedliche weltanschauliche Profile haben, sich in dem Anspruch, Menschen zu bilden, die unsere demokratische Gesellschaft pflegen und sichern wollen. Um dieses Anliegen zu unterstreichen, haben die elf Werke zur "Arbeitsgemeinschaft der Begabtenförderungswerke in der Bundesrepublik Deutschland" zusammengetan.

Seit einigen Jahren widmen sich die Werke und Institutionen verstärkt der Erschließung der Fachhochschulen. Dieser dynamische Hochschultyp ist in der

bisherigen Praxis der Begabtenförderung unterrepräsentiert, doch lässt die wachsende Beliebtheit und Anerkennung von Fachhochschulen vermuten, dass hier zahlreiche Begabte und Motivierte zu finden sind, die förderungswürdig sind.

Grundsätzlich können sich Fachhochschul-Studierende ungeachtet der Studiengänge und Fachbereiche, in denen sie immatrikuliert sind, an alle in diesem Faltblatt genannten Werke und Institutionen wenden, Damit Begabtenförderung ihren Anspruch erfüllen und umfassende Förderung des Einzelnen sein kann, ist es ratsam, dass Studierende schon früh, zu Studienbeginn oder in den ersten Semestern, das Gespräch mit der jeweils in Frage kommenden Einrichtung suchen. Die meisten Werke bieten neben der Selbstbewerbung auch ein Vorschlagsrecht durch Dritte (Professoren, Dozenten u.a.) an.

Begabtenförderung ist keine staatliche Aufgabe. Dennoch wird sie finanziell wesentlich durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung getragen  eine Tatsache, durch die der Bund zeigt, wie wichtig ihm die Förderung von jungen Menschen mit besonderen Begabungen ist. Die ideelle Förderung gestalten die Einrichtungen selbst und bieten hierfür Seminare, Workshops, Beratung und andere Maßnahmen an.

 

Die Bildungsförderungswerke

Cusanuswerk. Bischöfliche Studienförderung
www.cusanuswerk.de
Das Cusanuswerk fördert besonders begabte Studierende katholischer Konfession mit dem Ziel, ihren Verantwortungswillen zu stärken und Dialoge zwischen Wissenschaft und Glaube, Gesellschaft und Kirche anzustoßen. Einzelheiten über die fachlichen und persönlichen Anforderungen, über das Auswahlverfahren sowie über Förderangebote und das Bildungsprogramm sind im Internet ausführlich dargestellt. Bewerbungen werden bis zum dritten Fachsemester erbeten.
Bewerbungs-und Aufnahmetermine: 1. April und 1. Oktober eines jeden Jahres 

Evangelisches Studienwerk e. V. Villigst
www.evstudienwerk.de
Das Evangelische Studienwerk Villigst ist das Begabtenförderungswerk der Evangelischen Kirchen in Deutschland. Gemäß dem Verständnis, dass eine Begabung zur gesellschaftlichen Beteiligung verpflichtet wünscht sicch das Werk Bewerber/innen,die sich kirchlich, sozial oder politisch engagieren. Gefördert werden auch Fachhochschul-Studierende aus einem Mitgliedsland der EU oder Osteuropa. Bewerbungen sollten bis zum 3. Fachsemester eingereicht sein. Bewerbungstermine (nur Selbstbewerbungen): 1. März und 1. September eines jeden Jahres  

Friedrich-Ebert-Stiftung
www.fes.de
Die Friedrich-Ebert-Stiftungfördert überdurchschnittlich begabte und gesellschaftspolitisch engagiert;~Studentinnen und Studenten. Neben der Grund- und Graduierten- förderung wird ein studienbegleitendes Programm geboten. Ein unabhängiger Ausschuss entscheidet über die Stipendienanträge. Antragsformulare können bei der Friedrich-Ebert-Stiftung angefragt oder direkt im Internet herunter geladen werden.
Keine bestimmten Vorschlags- und Bewerbungstermine

Friedrich-Naumann-Stiftung
www.fnst.org
Die Begabtenförderung der Friedrich-Naumann-Stiftung geht von dem Grundsatz aus: Die liberalen Eliten von morgen,fihdet man heute an den Hochschulen und Fachhochschufen Deutschlands. Entscheidend für die Förderung sind vor allem eine überdurchschnittliche fachliche 'Begabung, eine überzeugende Persönlichkeit und ein gesellschaftliches Engagement aus liberaler Grundhaltung. Neben der materiellen Förderung bietet die Stiftung ein reichha.itiges Programm für und mit Stipendiaten an.
Bewerbungstermine: 31. Mai und 30. November eines jeden Jahres  

Hans-Böckler-Stiftung
www.boeckler.de
Die Hans-Böckler-Stiftung fördert begabte, gewerkschaftlich oder gesellschaftspolitisch engagierte Studierende. Um mehr Chancengleichheit im Bildungswesen zu erreichen, fördert die Stiftung - bei ansonsten vergleichbaren leistungen - bevorzugt Arbeitnehmerkinder und Absolventen des zweiten Bifdungswegs. Die materielle Förderung, die sich auch auf Auslandsaufenthalte bezieht wird durch eine enge persönliche Betreuung und ein studienbegleitendes ideelles Förderprogramm ergänzt. Vorschlags- und Bewerbungstermine: 28. Februar und 30. September eines jeden Jahres  

Hanns-Seidel-Stiftung
www.hss.de
Die Hanns-Seidel-Stiftung fördert ohne Quotenvorgabe Studierende mit überdurchschnittlichen Schul- und Studienleistungen und einem angemessenen Engagement in politischen, kirchlichen oder sozialen Organisationen oder Verbänden. Sie müssen staatsbürgerliches Verantwortungsbewusstseil1 und politische Aufgeschlossenheit mitbringen, sich für die Ziele der Stiftung einsetzen und konstruktiv an der Ausgestaltung des freiheitlich-demokratischen Rechts- und Sozialstaates mitwirken.
Bewerbungstermine (nur Selbstbewerbungen): 31. Mai und 30. November eines jeden Jahres 

Heinrich-Böll-Stiftung
www.boell.de
Das Studienwerk der Heinrich-Böll-Stiftung orientiert sich an den Grundwerten Demokratie, Ökologie, Solidarität und Gewaltfreiheit. Es vergibt Stipendien an deutsche und ausländische Studierende. Mit seinem Studien- und Förderprogramm will es wissenschaftliche Arbeit in politischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen diskutieren, interdisziplinäre und interkulturelle Perspektiven eröffnen. Somit werden Persönlichkeit Begabung und soziale Kompetenzen gleichermaßen berücksichtigt.
Bewerbungstermine: 1. März und 1. September eines jeden Jahres  

Konrad-Adenauer-Stiftung e. V.
www.kas.de
Die Konrad-Adenauer-Stiftung versteht die Förderung begabter Studierender als Investition in die Zukunft Deutschlands und sieht in der Herausbildung von zukünftigen Führungskräften und Leistungseliten eine ihrer wichtigsten Aufgaben. Sie fördert Studierende mit überdurchschnittlichen Leistungen, die bereit sind, in allen Bereichen des politischen, sozialen und kulturellen Lebens Verantwortung zu übernehmen. Bewerbungen von Fachhochschul-Studierenden sind besonders erwünscht.
Vorschlags- und Bewerbungstermine: 15. Januar und 1. Juli eines jeden Jahres  

Rosa-Luxemburg-Stiftung
www.rosalux.de
Die Rosa-Luxemburg-Stiftung handelt in der Tradition des demokratischen Sozialismus, Internationalismus, Antifaschismus und Antirassismus. Sie fördert Studierende, die sich sowohl durch hohe fachliche Leistung als auch durch ein intensives politisches und gesellschaftliches Engagement auszeichnen. Das Auswahlverfahren legt einen Schwerpunkt auf die Förderung von Frauen. Bei vergleichbaren Leistungen und Fähigkeiten werden sozial besonders bedürftige Studierende bevorzugt.
Vorschlags- und Bewerbungstermine: 30. Mai und 31. November eines jeden Jahres 

Stiftung der Deutschen Wirtschaft
www.sdw.org
Die Stiftung der Deutschen Wirtschaft sucht Studierende mit hervorragel1den Potenzialen. Sie legt Wert auf gute Allgemeinbildung, sehr gute Fachleistungen, gesellschaftliches Engagement Teamfähigkeit Zielstrebigkeit geistige Flexibilität und Kommunikationsfähigkeit. Das Förderprogramm zielt auf die Entwicklung unternehmerischen Denkens und Handeins, um die Stipendiaten auf verantwortungsvolle Positionen in Wirtschaft, Wissenschaft Politik und Kultur vorzubereiten.
Bewerbungen: Grundsätzlich über Vertrauensdozenten der Stiftung (siehe Internetseite) 

Studienstiftung des deutschen Volkes
www.studienstiftung.de
Die Studienstiftung des deutschen Volkes ist das größte deutsche Begabtenförderungswerk und politisch, konfessionell und weltanschaulich unabhängig. In der Nachwuchsförderung für Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Kunst möchte sie Weltoffenheit Interdisziplinarität und internationale Erfahrungen vermitteln. Auswahlkriterien bei der Stipendienvergabe sind Leistung, Initiative und Verantwortung. Kandidaten können von Schulrektoren oder Hochschutprofessoren vorgeschlagen werden.
Keine festen Bewerbungstermine (keine Selbstbewerbung möglich)

Projektfördernde Institutionen:

InWEnt
www.inwent.org (früher: www.cdg.de)
Die Carl Duisberg Gesellschaft fusionierte 2002 mit der Deutschen Gesellschaft für internationale Entwicklung zur neuen Gesellschaft "InWEnt -Internationale Weiterbildung und Entwicklung gemeinnützige GmbH" und führt unter diesem Namen ihre bisherige Arbeit fort. Sie bietet Studierenden an Fachhochschulen das "Praxissemester im Ausland", eine sechsmonatige studienorientierte Tätigkeit in einem ausländischen Unternehmen. Besonders förderungswürdig sind Praktika im asiatisch-pazifischen Raum, in MOE/GUS und in Lateinamerika.
Bewerbungstermine: 15. April und 15. Oktober eines jeden Jahres

Deutscher Akademischer Austausch Dienst
www.daad.de
Der Deutsche Akademische Austauschdienst e.V. (DMD) ist eine gemeinsame Einrichtung der Hochschulen und Studierenden-schaften in Deutschland. Er fördert die akademischen Beziehungen mit dem Ausland in über 200 verschiedenen Programmen vor allem über den Austausch von Personen. Zielgruppen sind ausländische und deutsche Praktikanten, Studierende, Graduierte, Wissenschaftler, Künstler und Administratoren. Auswahlkriterien: Über 600 Hochschullehrer wählen ehrenamtlich in etwa 100 unabhängigen Kommissionen die Stipendiaten und Projekte ausschließlich nach Qualitäts- und Leistungskriterien aus. Bei spezifischen Fragen gibt das Info- Center des DMD Auskunft: Auslandsstudium (at) daad.de (für deutsche Interessenten), Studying_in_germany (at) daad.de (für ausländische Interessenten).

Fulbright-Kommission
www.fulbright.de
Das Fulbright-Programm fördert den akademischen Austausch und damit die internationale Verständigung zwischen den USA und über 140 Ländern, darunter auch Deutschland. Der Fulbright-Austausch zwischen Deutschland und den USA genießt weltweit höchstes Ansehen. Für Studierende an deutschen Fachhochschulen gibt es die Möglichkeit eines Voll- und Teilzeitstipendiums an einer US-Hochschule, das beim Programm "Fulbright Enterprise Scholarships" den Kontakt zum fördernden " Unternehmen einschließt. Die Förderdauer beträgt jeweils ein akademisches Jahr.
Bewerbungstermine: Im Mai eines jeden Jahres